Wie Angst zustande kommt und wie ich trotz Angst handeln kann

Heute widme ich mich dem Thema Angst und wie ich trotz Angst handlungsfähig bleibe.

Angst ist nichts Schlimmes.

Jeder Mensch hat Angst. Menschen, die behaupten, dass sie keine Angst haben, sind sich ihrer Ängste nur nicht bewusst.
Du könntest natürlich einmal einen Erleuchteten fragen, ob er noch vor irgendetwas Angst hat. Bei einem Erleuchteten, der vollkommen im gegenwärtigen Augenblick angekommen ist, bin ich mir allerdings nicht ganz sicher. Sofern er tatsächlich nur noch im gegenwärtigen Augenblick lebt, könnte es möglich sein, dass er Angst nicht mehr kennt.

Jemand, dessen Fokus dauerhaft, sofern dies möglich ist, ausschließlich auf das Hier und Jetzt zentriert ist, wäre rein theoretisch angstfrei. Einfach aus dem Grund, da Angst nur entstehen kann, wenn du über die Konsequenzen Deiner Handlung nachdenkst, also Deine Gedanken in die Vergangenheit oder Zukunft abschweifen. Die Frage, die sich natürlich stellt, ist: Wie viele Erleuchtete kennst Du tatsächlich?

Beispiel zur Veranschaulichung: Du möchtest eine hübsche Person des anderen Geschlechts ansprechen. Du siehst sie und willst sie eigentlich sofort ansprechen. Was geschieht in diesem Moment? Bevor Du losgehst, um sie anzusprechen, tauchen Gedanken, in Form von Bildern im Geiste, auf, die entweder auf Szenen, die sich in Deiner Vergangenheit so abgespielt haben, oder aus Szenen der Zukunft, die sich so abspielen könnten, beruhen. Gedankliche Einflüsterungen und Gefühle, die vor dem Ansprechen auftauchen, beruhen genau so auf Erfahrungen der Vergangenheit oder auf der gedanklich vorgestellten Zukunft.

Ich höre Dich jetzt schon zu Dir selbst sagen oder denken: „Der spinnt doch!“ Habe ich Recht?
Also ist es am leichtesten Du handelst sofort, wenn der erste gedankliche Impuls (= gedankliche Einflüsterung) auftaucht, denn dann musst Du Dich nicht mit Deinen Gedanken, die Dich davon eventuell abhalten, auseinandersetzen.
Probiere es aus und achte währenddessen auf Deine Gedanken.
Du wirst sehen, es stimmt, was ich geschrieben habe.

Falls Du es ausprobierst, wird übrigens auch ein Beispiel für ein Ansteigen Deiner Bewusstheit daraus. Jetzt denkst Du dir vielleicht sinngemäß: „Was will er denn jetzt schon wieder?“
Irgendwann wirst Du dich dann fragen: „Woher kennt der Typ bloß meine Gedanken?“

Tja, Freunde, wer seine eigenen Gedanken und Muster kennt, kennt auch die der anderen! So einfach ist das! Auf Muster und was ich damit genau meine, komme ich vielleicht in einem anderen Beitrag zusprechen.

Ich erkläre es Dir noch einmal mit anderen Worten: Du erhältst also Belohnung ein Erkenntnis über Dich selbst. Das ist ein Schritt zur Selbsterkenntnis. Beim Durchführen dieses Experiments werden Dir vielleicht zum ersten Mal Deine Bilder im Geiste, Deine gedankliche Einflüsterungen oder auch Deine Gefühle bewusst, denen Du bist jetzt hilflos ausgeliefert warst.

Wie kommt Angst zustande?

Ich meine übrigens nicht die biologisch nützliche Angst bei realer Gefahr, die den Körper in den Überlebenskampf-Modus versetzt, tatsächlich kurzfristig, bis die Gefahr überwunden ist, mehr leisten zu können.
Ich meine die von der Gesellschaft hervorgerufene Angst. Die Angst, die Dir anerzogen wurde, in dem Dir gesagt wurde, dass Du so oder so sein musst, Du aber nie gefragt wurdest, ob Du so tatsächlich sein willst.

Wenn Dir lange genug gesagt wird, dass Du nur so sein darfst und nicht anders, glaubst Du irgendwann daran. Das nennt sich Konditionierung bzw. Programmierung.

Genau so war es Konditionierung, wenn Du einmal gerne anders gewesen wärst, Du es aber nicht sein durftest bzw. konntest, da Du sonst mit negativen Gefühlen Deiner Erziehungsberechtigten oder Deiner Lehrer bestraft worden wärst.

Immer wenn Du Deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse ignorierst und nicht zum Ausdruck bringst, verlierst Du einen Teil Deines Selbstwertgefühls, da Du damit unterbewusst der anderen Person bzw. der Gesellschaft mehr Wert gibst als Dir selbst. Das führt zu einem Gefühl der Minderwertigkeit.

Beispiele für Ängste, die auf Konditionierung zurückzuführen sind: Angst nichts Wert zu sein, Angst vor der eigenen Größe, Angst sich zu blamieren, Angst ausgeschlossen zu werden, Angst vor dem Unbekannten, Angst vor Veränderung, Angst Fehler zu machen.
Im Grunde genommen sind alle Deine Ängste auf die Angst vor dem Unbekannten zurückzuführen.
Auch die Angst vor dem Tod, ist auf diese Angst zurückzuführen.

Wenn Dir irgendeinmal bewusst wird, dass jeder Augenblick neu und vorhersehbar ist, wird Dir klar, dass alles Ängste auf diese Angst vor dem Unbekannten zurückzuführen sind. Dann wirst Du diese nach und nach überwinden (= loslassen; siehe Beitrag „Das Leben eine Übung des Loslassens“), da Du erkennst, dass das Streben nach Sicherheit fast aller Menschen an sich nicht möglich ist.

Wie kann ich trotz einer Angst handeln?

Die Kunst mit der Angst sinnvoll umzugehen, besteht darin, trotz der Angst zu handeln und sich nicht von der Angst lähmen zu lassen. Trotz der Angst prozessorientiert (Dein Fokus liegt auf dem Prozess, nicht auf dem Ergebnis der Handlung!) zu handeln und das Ergebnis „offen“ zu lassen.

Niemand kann langfristig absehen, was eine Handlung für tatsächliche Auswirkungen hat.
Es können nur Mutmaßungen angestellt werden.
Es gibt Fälle, in denen alles vielleicht zuerst wie ein Fluch wirkt, sich dieser Fluch langfristig gesehen jedoch als Segen herausstellt, sobald Du gelernt hast, die Sache von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten.

Stelle Dir vor, Du hast eine kleine Panne an Deinem Auto. Aufgrund dieser Panne, entgehst Du einer Massenkarambolage, die sich auf Deinen Heimweg ereignet hat und in die Du verwickelt worden wärst, wenn Du planmäßig nach Hause gefahren wärst.
Ein Situation, die erst „negativ“ zu sein scheint, kann langfristig oder später betrachtet durchaus „positive“ Auswirkungen, derer Du Dir auf den ersten Blick vielleicht gar nicht bewusst bist, haben.

Verstehst Du worauf ich hinaus will?
Deshalb lasse dem Leben Zeit, die Wahrheit wird sich erst im Laufe der Zeit herauskristallisieren.
Maße Dir nicht immer an, zu wissen, was eine Handlung oder ein Ereignis tatsächlich für Auswirkungen in der Zukunft hat.
Dennoch kannst Du mit dieser prozessorientierten Art zu leben und zu handeln Deinem Leben eine Richtung geben, in die Du gehen willst. 
Alles andere hingegen solltest Du dem Leben überlassen.

Ein äußerst hilfreicher Glaubenssatz (= Denkansatz) und motivierende Tipps:

Am leichtesten fällt Dir das Tun, wenn Du alles als Übung bzw. Training ansiehst. Das ist dann der Fall, wenn Du erkennst, das Fehler wichtig sind und Du daraus gestärkt, mit größerer Lebenserfahrung hervorgehen wirst.
Das alles wirklich Übung bzw. Training ist, wird Dir dann bewusst werden, sobald Du erkennst, dass langfristig aus wiederholtem Tun zuerst Confidence und dann Kompetenz wird.

Das sind die beiden Eckpfeiler von Meisterschaft: Confidence und Kompetenz.

Confidence folgt aus wiederholtem Tun. Kompetenz folgt aus längerfristig wiederholtem Tun, nachdem Confidence erworben wurde.
Also lasse Dich nie von Selbstzweifeln, Ängsten oder negativen Meinungen anderer Menschen von irgendetwas abbringen, was Du wirklich von Herzen tun willst!

Der Weg ist das Ziel!

Deshalb frage Dich selbst: 1. Wie genau sieht ein Leben nach Deinen eigenen Vorstellungen aus? 2. Wie kannst Du ein Leben nach Deinen eigenen Vorstellungen führen? 3. Was musst Du konkret dafür tun?

Gehe raus, sei sozial, lerne neue Menschen kennen! Gib niemals auf, was auch passiert! Falle hin, aber stehe wieder auf! Achte auf Deine eigenen Gefühle und schaue was Dir Spaß macht und Dich wirklich längerfristig erfüllt! Materielle Dinge, zum Beispiel, mögen Dich temporär erfüllen, aber nicht dauerhaft!

Für längerfristige Erfüllung sind andere Dinge notwendig. Finde etwas, für das es sich in Deiner Welt zu „kämpfen“ lohnt! Finde eine Mission bzw. eine Vision, der Du Dich längerfristig verschreiben kannst! Bewege, erschaffe, tue etwas!  Lege Deine Grundwerte fest und lebe danach!  Erkenne Deine Stärken und bringe sie ein!  Stehe zu Deinen Schwächen, „arbeite“ an ihnen, sofern möglich, benutze sie aber nicht als Ausrede!  Es ist mehr möglich, als Du denkst!  Erkenne Dinge, die Dich wirklich interessieren!  Lege Deine persönlichen Träume und Ziele fest und mache Dich daran sie zu erfüllen!

Ich wünsche Dir Liebe, Spaß und Zufriedenheit.

Peace.

 

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